"Die Spur"

BRD 1998, 90 min.

Detektivfilm.
Um genauer zu sein, ein Remake von "Chinatown" (Roman Polanski) und zwar gekreuzt mit "Der Zeitplan" (Michel Butor).

Irre Verfolgungsjagden, abgefahrene Erzählweise, ausgefeilte Dialoge.

"Ein Detektivfilm ist ein Detektivfilm ist ein Detektivfilm Oder auch nicht.
Da mag es noch so sehr um 'klassische' Versatzstücke wie eine rätselhaft-
mondäne Auftraggeberin, ein mörderisches Komplott und eine hartnäckige
Spürnase á la Marlowe gehen - wenn sich die Verschwörungstheorien häufen,
es sich um einen Fall von globaler Geldwäsche handelt und wenn immer
ausführlicher Kokainanbau als Zankapfel innerhalb der kaumm mehr als
legal oder illegal auszumachenden Grenzen der politischen Ökonomie
analysiert wird, dann erweist sich der anfänglich noch genrevertraute
Überblick lediglich als Einbildung.
Peter Otts 'Die Spur' ist eine hochkomplexe und -komplizierte Verschach-
telung von Bildern udn Wörtern, die dem mZuschauer die Anstrengung
zumutet, die verschiedenen Perspektiven der Erzählung zur selben Zeit
wahrzunehmen und zu verarbeiten. Eine gewiefte Fenstertechnik setzt
parallele Bild- und Wortebenen auf der großen Kinoleinwand in eine unmittel-
bare Beziehung, Computergrafiken, digitale und filmische Aufnahmen simu-
lieren die Gleichzeitigkeit verschiedeener Abläufe sowie Gedankengänge und
verweisen die lineare Erzählform ins Reich der puren Illusion."
film-dienst, 3.3.98